Der heutige Tag war anders. Ich habe das Motorrad bis 16 Uhr stehengelassen und bin zu Fuß unterwegs Richtung Museum Auschwitz - Birkenau. Ich habe mich heute ganz bewusst dazu entschieden, keine Fotos zu machen. Du wirst hier keine Aufnahmen von den Zäunen, den Baracken oder den Schienen sehen. Es gibt bereits unzählige Dokumentationen, professionelle Aufnahmen und historische Berichte über diesen Ort.
Dieser Tag sollte für mich kein "Besuch" eines Museums sein, sondern ein Pfad der Erinnerung. Es ist ein Ort, der einen demütig werden lässt und der einem vor Augen führt, wie kostbar – und gleichzeitig zerbrechlich – unsere Freiheit ist.
Ich verlasse diesen Ort mit einem Gedanken, der mich den ganzen Rückweg zum Hauptplatz begleitet hat und den ich hier teilen möchte:
„Niemals vergessen.“
Wir neigen oft zu der Arroganz, zu glauben, dass uns so etwas heute nicht mehr passieren könnte. Wir denken, wir seien „moderner“ oder „besser“ als die Menschen von damals. Doch die Geschichte lehrt uns etwas anderes.
Es braucht nicht viel, um das Gleichgewicht zu stören. Wenn man einem Menschen das Wichtigste und zugleich Gefährlichste gibt – die absolute Macht – und diese ungefiltert und ohne Empathie ausgeübt wird, dann kann das Böse jederzeit wieder erwachen.
Auschwitz ist nicht nur ein Museum der Vergangenheit. Es ist eine Warnung für die Zukunft. Wir müssen wachsam bleiben – gegenüber anderen, aber vor allem gegenüber der Art und Weise, wie Macht in unserer Welt verteilt und genutzt wird.
Um 16:00 Uhr fuhr ich Richtung Krakau. Da ich genau in die Rush Hour geriet, kämpfte ich mich durch dichte Kolonnen und den hektischen Großstadt-Dschungel, was nach der emotionalen Last des Museumsbesuchs doppelt anstrengend war.
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und meiner schwindenden Energie beschränkte ich mich in Krakau auf einen Besuch bei Oskar Schindlers Fabrik, einem Ort, der das Thema des Tages auf eine Weise abschloss, die auch von Mut und Menschlichkeit erzählt. Nach einer kurzen Pause verließ ich den Trubel der Stadt.
Die letzte Etappe führte mich schließlich in mein Quartier nach Spytkowice, wo ich den Tag in Ruhe ausklingen lassen konnte.
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