Manchmal muss man während einer Tour einfach einsehen, was Sinn macht – und was nicht. Zu zweit auf der kleinen, quirligen KTM 390 Adventure durch die Alpen zu räubern, hat überraschend viel Spaß gemacht, aber für die ganz lange Rückreiseetappe bis nach Wien wollten wir der Sozia den Popo-Schmerz dann doch nicht antun. Also haben wir heute am Idrosee kurzen Prozess gemacht und den Plan für den Tag angepasst: Wir fahren gemeinsam bis Trento, von wo aus es für sie ganz entspannt mit dem Zug nach Hause geht.
Ein Abschiedsgruß auf Traumstraßen: Vom Idrosee nach Trento
Schon kurz nach der Abfahrt am Idrosee zieht sich das Asphaltband wie gemalt durch die Landschaft. Die Route führt uns über Roncone und Tione di Trento hinein ins Herz der Trentiner Bergwelt.
Spätestens ab Sarche wird es dann landschaftlich spektakulär: Die Felswände ragen steil auf, die Straßen schmiegen sich eng an die Formationen, und die Kurvenradien zaubern einem automatisch ein breites Grinsen unter den Helm. Ein absolut würdiger, traumhafter Abschluss!
In Trento angekommen, ging es direkt zum Bahnhof: Sozia „im Zug verfrachtet“! Während sie sich nun gemütlich zurücklehnen und den Schienen beim Klappern zusehen kann, heißt es für mich und den Einzylinder: Weiter geht’s, die Alpen warten noch!
Alleine im Sattel: Pustertal und die Magie des Staller Sattels
Mein Weg führt mich nordwärts hinein ins Pustertal.
Ein absolutes Highlight stand aber noch auf dem Programm: der Staller Sattel.
Wer ihn kennt, weiß um die Besonderheit dieser Passstraße. Die Ampel an der Passhöhe regelt die Einbahnregelung auf der schmalen, wagemutigen Rampe – und das Warten lohnt sich jedes Mal. Oben auf 2.052 Metern Höhe zieht der frische Bergwind durch die Belüftung der Jacke, der Blick zurück auf die italienische Seite ist atemberaubend, und die Abfahrt hinunter ins Defereggental nach Osttirol ist Fahrspaß pur.
Planänderung nach Salzburg
Eigentlich war der Plan, heute noch bis Wien durchzuziehen. Aber nach unzähligen Kurven, grandiosen Pässen und etlichen Stunden im Sattel meldete sich langsam der Körper. Die reine Fahrzeit summiert sich, die Konzentration lässt nach – und genau dann sollte man aufhören, solange es am schönsten ist.
Kurz nach Salzburg habe ich deshalb spontan beschlossen: Schluss für heute!
Ich habe mir irgendwo ein Zimmer für eine letzte Zwischenübernachtung gesucht. Morgen geht es dann ganz entspannt über die letzten Kilometer zurück nach Wien.
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